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Publikationen

Der neue Schweizer Ansatz zum rechtlichen Gehör – Ausbalancierung von herausfordernden Fragen zu Fairness und Effizienz

The new Swiss approach to the right to be heard – balancing challenging fairness and efficiency concerns
Simon Gabriel, Andreas Schregenberger; in: Indian Journal of Arbitration Law (IJAL), Volume 8, Issue 2, 2020, S. 48 ff.

Auf Grund­lage der jüng­sten Recht­sprechung des Bun­des­gerichts zum rechtlichen Gehör analysieren Simon Gabriel und Andreas Schre­gen­berg­er, wie sich der Schw­er­punkt bei der Beurteilung von Ver­let­zun­gen des rechtlichen Gehörs unter Schweiz­er lex arbi­tri im Laufe der Zeit ver­schoben hat. Während vor eini­gen Jahrzehn­ten jegliche Ver­let­zung des rechtlichen Gehörs zur Aufhe­bung des Schiedsspruchs führte, ver­langt das Bun­des­gericht heute eine mögliche Auswirkung auf den materiellen Aus­gang des Verfahrens.
Wie eine Analyse der ein­schlägi­gen Recht­sprechung in Öster­re­ich, Eng­land und in Bezug auf ICSID-Ver­fahren zeigt, scheint dies mit den aktuell­sten Entwick­lun­gen der inter­na­tionalen Schieds­gerichts­barkeit in Ein­klang zu stehen.

Aus prak­tis­ch­er Sicht dürfte der neue Schweiz­er Ansatz den Schieds­gericht­en helfen, die Ver­fahrensef­fizienz zu erhöhen, bekan­ntlich eines der grössten Anliegen der mod­er­nen Schieds­gerichts­barkeit. Gle­ichzeit­ig kön­nen die Parteien im nach­fol­gen­den Anfech­tungsver­fahren betr­e­f­fend bes­timmte Sit­u­a­tio­nen auf Beweis­prob­leme stossen. In der Kon­se­quenz sind die Parteien möglicher­weise gut berat­en, rechtzeit­ig mit spez­i­fis­ch­er begrün­de­ten Ein­wän­den gegen mögliche Ver­let­zun­gen des rechtlichen Gehörs durch Schieds­gerichte zu reagieren.

Die Autoren sind zuver­sichtlich, dass der neue Ansatz des Bun­des­gerichts die Ver­fahrensef­fizienz in Schiedsver­fahren unter der Schweiz­er lex arbi­tri erhöhen wird.